Rückblick: „Volkstrauertag“ 2019

„Volkstrauertag“ 2019: Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) ermöglicht Lüneburger AfD die Teilnahme an Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus.

Die Lüneburger Ratsfraktionen veranstalteten wieder ihr jährliches Gedenken zum sogenannten „Volkstrauertag“ abseits von Bürger*innen und Zivilgesellschaft. Die AfD-Fraktion konnte letztes Jahr durch die Intervention von Antifaschist*innen von einer Teilnahme abgehalten werden. 2017 legte diese am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz mit der Aufschrift »Für unsere gefallenen deutschen Soldaten« ab.

Nachdem auch dieses Jahr die AfD-Mitglieder um Stephan Bothe anfangs wieder abgeschirmt wurden, mischte sich Oberbürgermeister Ulrich Mädge ein, forderte Toleranz und „demokratische Spielregeln“ auch für Faschist*innen. Ohne die Teilnahme der AfD sollte die Veranstaltung nicht stattfinden. Handgreiflichkeiten, die für einen konsequenten Ausschluss der AfD erforderlich gewesen wären, wollten die anwesenden Antifaschist*innen an diesem Ort nicht in Kauf nehmen.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge schwörte die Beteiligten in seiner Rede auf einen vermeintlichen „Antifaschismus“ ein, dem aber wie zuvor ersichtlich wurde, keine Taten folgen werden. Die Ratsfraktionen vertrauen blind auf vermeintlich natürliche Abwehrkräfte der bürgerlichen Demokratie, eine unhaltbare These angesichts der Erfahrungen des Nationalsozialismus.

Lieber Ulrich, „Manieren“ und „demokratische Spielregeln“ haben noch nie gegen Faschist*innen geholfen!