Redebeitrag vom 27. Januar 2020 – 75 Jahre Befreiung von Auschwitz
„Es war kein Wachtraum, ein lebender Toter stand mir gegenüber. Hinter ihm waren im nebligen Dunkel Dutzende anderer Schattenwesen zu erahnen, lebende Skelette. Die Luft roch unerträglich nach Exkrementen und verbranntem Fleisch. Ich bekam Angst, mich anzustecken, und war versucht wegzulaufen. Und ich hatte keine Ahnung, wo ich war. Ein Kamerad sagte mir, wir seien in Auschwitz. Es war uns klar, dass etwas Schreckliches über diesem Ort lag: Wir fragten uns, wozu all die Baracken, die Schornsteine und die Räume mit den Duschen gedient hatten, die einen seltsamen Geruch verströmten. Ich dachte an ein paar Tausend Tote – nicht an Zyklon B und das Ende der Menschlichkeit.“ – Jakow Wintschenko, Mitglied der Roten Armee über den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz.
Wir gedenken den Opfern des Nationalsozialismus.
Insbesondere wollen wir heute auch Reinhold Rose, Alois Reiminius, Franziska Reiminius, Wolfgang Mirosch sowie ihren Familien gedenken. Sie alle wurden 1943 von Lüneburg nach Auschwitz deportiert und dort von den Nazis ermordet. Sie alle wurden im Nationalsozialismus als sogenannte „Asoziale“ und „Zigeuner“ stigmatisiert, verfolgt und schlussendlich getötet.
Obwohl der Nationalsozialismus ohne das Element des eliminatorischen Antisemitismus nicht zu verstehen ist, soll es uns heute um die Ideologie des Antiziganismus gehen. Continue reading „Redebeitrag vom 27. Januar 2020 – 75 Jahre Befreiung von Auschwitz“